Container VP8, VP9, AV1

WebM

Ein Format, das das Web ständig abspielt und das Betriebssystem immer noch nicht öffnen kann.

Kurz gesagt

WebM ist ein abgespecktes Matroska von Google fürs Web, mit VP8-, VP9- oder AV1-Video und Vorbis- oder Opus-Audio. Webbrowser auf Apple-Geräten können manches WebM in einer Seite abspielen; speicherst du dieselbe Datei auf die Festplatte, lehnen Dateien-App, Fotos und QuickTime ab. Webbrowser-Support und System-Support sind getrennte Dinge.

30. Juli 2026

Ohne Hilfe geöffnet von

iPhone · iPad Teilweise
Mac Teilweise
FoxDL Öffnet

„Teilweise“ meint hier etwas Konkretes. Safari kann WebM-Inhalt in einer Webseite abspielen. Nichts im Betriebssystem öffnet eine gespeicherte .webm-Datei — keine Vorschau in Dateien, kein Thumbnail, kein QuickTime. Diese Unterscheidung verwirrt ständig, und das zu Recht.

Die Fakten

Vollständiger Name WebM
Art Container — bewusst reduzierte Teilmenge von Matroska
Endungen .webm
Veröffentlicht 2010, Google, von vornherein lizenzfrei
Video darin VP8, VP9, AV1 — und nur diese
Audio darin Vorbis oder Opus — und nur diese
Untertitel darin WebVTT
Warum es existiert Dem Web ein Videoformat ohne Patentlizenz zu geben

Matroska mit engeren Türen

WebM ist Matroska mit einer viel kürzeren Liste dessen, was hinein darf. Wo eine MKV praktisch jeden Codec nimmt, akzeptiert WebM drei Video- und zwei Audio-Codecs — alle lizenzfrei. Genau darum geht es: Ein Webbrowser-Hersteller, der WebM implementiert, weiß genau, was er dekodieren muss, und schuldet niemandem eine Lizenzgebühr.

Es steckt unter einem riesigen Teil dessen, was du im Webbrowser schaust, ohne es zu merken. Und es ist das, was die meisten Download-Tools liefern, wenn sie Video von einer Seite ziehen — so landet eine .webm überhaupt erst im Downloads-Ordner.

Weil darunter Matroska steckt, hat WebM nach MP4 dieselbe Form wie MKV — mit einem Unterschied, der zählt. MP4 nimmt weder VP9 noch Vorbis, also lassen sich die Streams nicht einfach umetikettieren. Etwas muss wirklich neu encodiert werden.

Warum der Webbrowser kann und das System nicht

Ein Webbrowser ist eine Anwendung mit eigener Medienpipeline. Wenn Safari ein WebM in einer Seite abspielt, macht Safari die Arbeit — mit Code, den Apple für Safari geschrieben hat. Das wird keine Systemfähigkeit: Dateien-App, QuickTime Player und Fotos-Vorschau nutzen das Medienframework des Betriebssystems, das keinen Matroska-Demuxer hat — und damit auch keinen WebM-Support, denn WebM *ist* Matroska.

Das Ergebnis ist eine echt merkwürdige Erfahrung. Du schaust einen Clip in einer Seite, tippst auf Speichern, und die Datei, die du gerade gesehen hast, lässt sich auf dem Gerät, auf dem du sie gesehen hast, nicht öffnen. Nichts ist kaputt. Zwei verschiedene Programme, zwei verschiedene Fähigkeiten.

Das ist die klarste Illustration einer Regel, die man behalten sollte: Auf iOS hängt, was eine Datei kann, ganz davon ab, welche App gefragt wird. Eine App mit eigenen Decodern ist nicht durch das begrenzt, was das System kennt.

Was du damit machst

  1. Mit einer App abspielen, die Matroska liest

    WebM ist Matroska — jede App, die MKV kann, kann auch WebM, inklusive VP9 und Opus. Nichts umwandeln, nichts verlieren.

  2. Nach MP4 umwandeln — wissend, dass es eine echte Neuencodierung ist

    MP4 kann weder VP9 noch Vorbis halten, also ist das nicht das schnelle Umetikettieren, das bei MKV meist geht. Plane Zeit ein und nimm einen Qualitätsverlust in Kauf.

  3. An der Quelle die andere Version nehmen

    Seiten, die WebM ausliefern, liefern fast immer auch eine H.264-MP4 daneben — genau für Geräte, die hier scheitern. Die MP4 gleich zu nehmen, spart die ganze Frage.

Die lange Fassung Was passieren muss, bevor eine Webseite dir ihre Datei gibt Die vier Wege, wie eine Seite Video ausliefert — und warum nur einer davon eine Datei ist, die du behalten kannst.

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